Christian Fuchs

 

Krise und Kritik in der Informationsgesellschaft.

Arbeiten über Herbert Marcuse, kapitalistische Entwicklung und Selbstorganisation

Soziale Selbstorganisation im informationsgesellschaftlichen Kapitalismus, Teil 2

ISBN 3–8311–3332–8. Libri Books on Demand. 408 Seiten. 27 €

 

Buch bestellen:

 

über libri.de
über amazon.de

 

Vorwort

 

Wir leben noch immer in einer kapitalistischen Gesellschaft, die jedoch in eine neue Phase eingetreten ist, die sich wiederum durch neue Qualitäten und neue konkrete Ausprägungen grundlegender Phänomene auszeichnet. Bei der heutigen Gesellschaft handelt es sich um einen postfordistischen, neoliberalen, informationsgesellschaftlichen Kapitalismus.

Der Fordismus war das nach dem zweiten Weltkrieg den Kapitalismus prägende Entwicklungsmodell. Er zeichnete sich durch folgende Charakteristika aus: Massenkonsum, Massenproduktion, relative Mehrwertproduktion, staatliche Eingriffe in die Ökonomie, bürokratischer Ausbau des Sozialstaates, geplante Geld-, Fiskal-, Industrie-, Forschungs-, Konjunktur-, Wachstums-, Einkommensverteilungs- und Beschäftigungspolitik, Anerkennung der Gewerkschaften als politische Kraft, Durchkapitalisierung des Reproduktionsbereiches, tayloristische Organisationsweise der Arbeit, großflächiger Ausbau der Fließbandproduktion, hierarchische Kontrolle durch das Management, Trennung von Hand- und Kopfarbeit, zentralistische Unternehmensorganisationsweise, disziplinierende Wirkung der maschinellen Apparatur und der Zeitverwaltung der Arbeitenden, Sicherheitsstaat als Form der sozialen Kontrolle und der allgemeinen Wohlfahrt, Standardisierung der Konsumnormen und Waren, internationale Dimension der Regulation in Form des Systems von Bretton Woods, künstliche Erzeugung immer neuer Bedürfnisse, Etablierung des Konsums als allgemeine Norm.

Ende der 60er-/Anfang der 70er-Jahre traten die Widersprüche des Fordismus deutlich hervor, worauf eine gesellschaftliche Krise des Kapitalismus einsetzte, die bis heute andauert und den Übergang zum Postfordismus einleitete, im Rahmen dessen den fallenden Profitraten durch eine Reorganisation des Kapitalismus entgegengewirkt werden soll. Elemente des Postfordismus sind eine diversifizierte Qualitätsproduktion (Kundenorientierung, kleine Stückzahlen mit hoher Qualität), flexible Fertigunsmaschinerien, die Bildung kleiner organisatorischer Einheiten im Unternehmen, Delegation von Entscheidungskompetenzen von oben nach unten in der Hierarchie, Netzwerkorganisationen, Dezentralisierung der betrieblichen Organisationsstruktur, Verflachung der betrieblichen Hierarchien, der Aufstieg von Teamarbeit und teilautonomen Arbeitsgruppen, Tendenz zum Outsourcing, ein neuer Schub der ökonomischen Globalisierung, partizipatives Management und der Versuch der ideologischen Einbindung der Arbeitenden in den Betrieb, eine weitere Tertiarisierung und Informatisierung der Ökonomie, der Abbau der institutionellen Schranken der Kapitalakkumulation durch Deregulierung und die Triadisierung des Welthandels und des Kapitalexports.

Gleichzeitig findet ein Übergang vom intervenierenden keynesianischen Staat, der auf Deficit Spending setzte, zur neoliberalen Politik statt, in der sich der Staat als regulierende Instanz immer stärker aus der Ökonomie zurückzieht und durch Sozialabbau die Qualität und Quantität der Eingriffe in den sozialen Bereich vermindert. Den ungehemmten Kräften des „freien“ Marktes wird freier Lauf gegeben. Die neoliberale Ökonomie und Politik gehen vom sich selbst regulierenden Markt aus. Die permanente Verschärfung der globalen Probleme im Postfordismus zeigt, dass die neoliberale Ideologie offensichtlich die Lebensverhältnisse weiter Teile der Menschheit nicht verbessert, sondern immer mehr Menschen in prekäre Lebensverhältnisse drängt.

Der Übergang zu einem informationsgesellschaftlichen Kapitalismus umfasst die zunehmende Bedeutung der Informations- und Wissensarbeit und der Wissenschaft als Produktivkraft, die wesentliche Rahmenbedingungen der auf Profit basierenden Produktion zur Verfügung stellt sowie gesellschaftliche Veränderungen, die durch den zunehmenden Einsatz von modernen Informations- und Kommunikationstechnologien vermittelt werden. Vom informationsgesellschaftlichen Kapitalismus können wir heute sprechen, da Wissen zu einer immer bedeutenderen Produktivkraft wird, die die Akkumulation des Kapitals und die Produktion von Mehrwert wesentlich beeinflusst.

Computer- und moderne I&K-Technologien sind Medium und Resultat der Rationalisierung und der ökonomischen Globalisierung des Kapitalismus. Sie wirken delokalisierend, derealisierend, dezentralisierend, enthierarchisierend und segmentarisierend. Sie sind in die Widerspruchsdynamik des Kapitalismus eingebunden und tragen daher zur Verschärfung globaler Probleme bei. Gleichzeitig existiert eine Ambivalenz, innerhalb derer I&K-Technologien auch emanzipatorischen und positiven Nutzen bringen können.

Die gesellschaftlichen Bedingungen für Intervention und Opposition im Sinn der „rücksichtslosen Kritik alles Bestehenden, rücksichtslos sowohl in dem Sinne, dass die Kritik sich nicht vor ihren Resultaten fürchtet und ebensowenig vor dem Konflikte mit den vorhandenen Mächten“ (Marx 1843, S. 344). haben sich in dieser Formation gewandelt. Wir erleben mit der Krise der Gesellschaft auch eine Krise Kritischer Theorien, wobei jedoch heute oppositionelles Denken, das auf eine Humanisierung und Demokratisierung der Gesellschaft abzielt, mehr als notwendig wäre. Gerade heute bewahrheitet sich Herbert Marcuses These, dass ein unmittelbarer Sprung ins Reich der Freiheit, in eine Gesellschaft ohne Mangel, Entäußerung, Kontrolle, Herrschaft und Ausbeutung auf Grund der materiellen und technischen Bedingungen möglich wäre, dass Techniken und Mechanismen der Manipulation und Kontrolle aber qualitativen gesellschaftlichen Wandel in einem immer größeren Ausmaß zu verhindern scheinen. Die Informatisierung der Gesellschaft bringt neue Gefahren der Ausweitung von Herrschaft, Ausbeutung, Überwachung und Kontrolle mit sich, gleichzeitig aber auch neue Möglichkeiten der kritischen politischen Intervention. Kritische Theorie sollte heute diese Möglichkeiten erkunden und verdeutlichen, sie muss dazu von einer Analyse der gesellschaftlichen Veränderungen ausgehen.

Unser eigener Ansatz steht in der Tradition des Denkens Marcuses und ist von diesem stark beeinflusst. Gerade in der Informationsgesellschaft erscheint es uns äußerst angebracht, wesentliche Ideen Marcuses auf deren Aktualität zu prüfen. Daher befasst sich der erste Teil dieser Arbeit mit kontemporären Aspekten des Werks Herbert Marcuses. „Zur Aktualität ausgewählter Aspekte des Werks Herbert Marcuses“ greift ausgewählte Fragen in Bezug auf das Verhältnis von Theorie und Praxis, die Dialektik der Technik, revolutionäre Subjekte, Demokratie und Faschismus und Kultur heraus und verdeutlicht deren brennende Aktualität in der Informationsgesellschaft. „One Dimensional Man 2000“ zeigt, dass Marcuses Hauptwerk „Der eindimensionale Mensch“ nichts an seinem Wahrheitsgehalt verloren hat, ganz im Gegenteil. „Einige Anmerkungen zum philosophischen Begriff des Glücks bei Herbert Marcuse“ prüft schließlich, inwiefern die heutige Gesellschaft als eine bezeichnet werden kann, die gesellschaftliches Glück über reine subjektive Zustände hinausgehend transportiert.

Besonders hervorhebenswert erscheint uns an dieser Stelle die Betonung, dass Herbert Marcuse stets an einer Subjekt-Objekt-Dialektik festhielt: Er zeigt einerseits, wie sich die objektiven gesellschaftlichen Bedingungen ins Bewusstsein der Menschen fortsetzen, um gesellschaftlichen Wandel zu unterbinden, ging jedoch andererseits stets davon aus, dass diese Kontrollmechanismen niemals einen vollständig totalen Charakter annehmen können. Es sind stets Potentiale gegeben, die „diese Eindämmung durchbrechen und die Gesellschaft sprengen können“ (Marcuse 1967, S. 17). Diese Potentiale gilt es zu verfassen und sie zu verstärken. Kritische Theorie sollte die Bedingungen für gesellschaftlichen Wandel verdeutlichen und diese in die Praxis handelnder Subjekte zu übersetzen versuchen. Kritische Theorie muss also stets ihre Vermitteltheit mit gesellschaftlicher und politischer Praxis verdeutlichen, um realistisch zu bleiben. Auch emanzipatorische soziale Protestbewegungen unterliegen heute gewissen Verbürgerlichungsmechanismen, dennoch gilt es, den subjektiven und am revolutionären Handeln orientierten Faktor der Theorie hervorzustreichen.

Marcuse war stets bemüht, die strukturalistischen und objektivistischen, sich im ökonomistischen Automatismus verdeutlichenden Verkürzungen der politischen Theorie auszugleichen. Neben den Wirkungen der objektiven gesellschaftlichen Bedingungen war er stets auf der Suche nach radikaler, emanzipatorischer Subjektivität, an die er mit seiner Philosophie anschließen wollte. In seiner Frühphase versuchte er dazu irrtümlicherweise Marxismus mit der Phänomenologie Heideggers zu vereinen. Als Anfang der 1930er-Jahre die Marxschen Ökonomisch-Philosophischen Manuskripte von 1844 erschienen, hatte er den richtigen theoretischen Bezugspunkt gefunden (siehe dazu u.a. die „Neuen Quellen zur Grundlegung des Historischen Materialismus“, Marcuse 1932). Übersetzt in politische Praxis zeigt sich später der Bezug auf die Kämpfe der Studenten und Neuen Sozialen Bewegungen.

Einerseits sollten wir heute die subjektiven, negierenden Kräfte betonen und zu stärken versuchen, andererseits gilt es auch immer wieder hervorzuheben, dass objektive Kräfte existieren, „die stark und materiell genug sind, um für eine ganze Periode die Gegensätze zu neutralisieren, zu suspendieren oder sogar die negativen, sprengenden Kräfte in positive zu verwandeln, welche das Bestehende reproduzieren anstatt es zu sprengen“ (Marcuse 1966a, S. 197). Marcuse weist immer wieder darauf hin, dass bestimmte technische Entwicklungen zwar durchwegs Basis für die historische Stufe der Menschheit sind, „auf der diese technisch imstande ist, eine Welt des Friedens zu schaffen – eine Welt ohne Ausbeutung, Elend und Angst“ (Marcuse 1965, S. 123). Genauso sei aber auch möglich, dass technische Entwicklung zur Ausbildung einer Standardisierung des Denkens und des Handelns, einer technologischen Rationalität, einem eindimensionalen und falschen Bewusstsein sowie falschen Bedürfnissen beiträgt (vgl. dazu z.B. Marcuse 1941, 1966b, 1967). Marcuse betont immer wieder diese Ambivalenz der Wirkungsweisen moderner Technologien, dass nicht determiniert ist, welche Entwicklung dominiert und dass sich grundsätzlicher gesellschaftlicher Wandel nicht notwendigerweise durchsetzt. So meint er etwa: „Ich möchte nochmals hervorheben, dass ich diese [technische] Entwicklung (noch) nicht bewerte: sie kann fortschrittlich oder regressiv, humanisierend oder fortschrittlich sein“ (1966b, S. 172). Oder: „Die Technik selbst kann Autoritarismus ebenso fördern wie Freiheit, den Mangel so gut wie den Überfluss, die Ausweitung von Schwerstarbeit wie deren Abschaffung“ (Marcuse 1941, S. 286).

Die Frage nach den negierenden Kräften ist jene nach dem Innen und dem Außen der Gesellschaft: Die Frage zielt darauf ab, ob eine bestehende Gesellschaft negierende Kräfte diese von innen oder von außen aufheben können und was unter diesen beiden Kategorien überhaupt zu verstehen ist. Marcuse (1966a) diskutierte diese Frage bereits und ich folge seiner Einschätzung. Er geht davon aus, dass es in der bürgerlichen Gesellschaft negierende Kräfte gibt, die außerhalb des Systems auf dessen Aufhebung hin- und gegen dieses arbeiten. Außen versteht er „im Sinne von gesellschaftlichen Kräften, die Bedürfnisse und Ziele repräsentieren, welche in dem bestehenden antagonistischen Ganzen unterdrückt sind und in ihm nicht zur Entfaltung kommen können“ (1966a, S. 198). Damit meint er also die potentielle revolutionäre Hauptproduktivkraft Mensch, die ihr Bewusstsein und ihre Praxis außerhalb des Systems stellen kann, dieses überschreiten und auf die Aufhebung des alten Ganzen hinarbeiten kann. Die „Keimform“ einer neuen Gesellschaft umfasst also auch für Marcuse nicht gesellschaftliche Strukturen, sondern emanzipatorisches menschliches Bewusstsein, das aber in der fortgeschrittenen Industriegesellschaft zunehmend in das System-Innere absorbiert werde.

Subjektivität ist ein entscheidender Faktor der Marxschen und der Marcuseschen Subjekt-Objekt-Dialektik (vgl. Marcuse 1966c). Die inneren Widersprüche der Gesellschaft und die Entwicklung der Produktivkräfte vollziehen sich objektiv, es erfolgt aber nicht automatisch eine Entwicklung in Richtung eines sozial und ökologisch nachhaltigen Reichs der Freiheit. Dazu bedarf es emanzipatorischer Subjekte, die ein Klassenbewusstsein ausbilden und dieses in reale gesellschaftliche Kämpfe einbringen. Es ist nicht gewiss, ob sich dieses Bewusstsein überhaupt bilden kann und wie darauf aufbauende Kämpfe ausgehen. „die in den Widersprüchen verfangenen (materiellen und intellektuellen) Produktivkräfte werden frei zum Übergang in die ‚höhere’ geschichtliche Form gesellschaftlichen Seins im bewussten Kampf mit den bestehenden Gewalten und den von ihnen bestimmten Interessen und Institutionen. Der Ausgang hängt von den Bedingungen der Möglichkeit dieses Kampfes und des sich in ihm entwickelnden Bewusstseins ab. Dazu gehört, dass seine Träger ihre Sklaverei und deren Gründe begriffen haben, dass sie ihre Befreiung wollen und die Wege dazu gesehen haben“ (Marcuse 1966c). Diese Vorstellung schließt für Marcuse immer mit ein – und darin folge ich ihm –, dass bestehende Techniken nicht einfach in die neue Gesellschaft übernommen werden können, sondern dass sich eine Unzahl an neuen Qualitäten ergeben muss, um das Reich der Freiheit zu realisieren: „Die technische Transformation ist zugleich eine politische, aber die politische Änderung würde nur in dem Maße in eine qualitative gesellschaftliche Änderung übergehen, wie sie die Richtung des technischen Fortschritts ändern – das heißt eine neue Technik entwickeln würde. Denn die bestehende Technik ist zu einem Instrument destruktiver Politik geworden“ (Marcuse 1967, S. 238).

Die heutige Gesellschaft entfremdet das menschliche Wesen, sie ist nicht an der bestimmten und daher humanistischen Verwirklichung des menschlichen Wesens  als universellem, freien Wesen interessiert. Zum Wesen des Menschen gehört auch, dass er sich über dieses und seine Möglichkeiten subjektiv bewusst sein kann, heute ist eben dies jedoch entfremdet, es kommt zur Stillhaltung emanzipatorischer Subjektivität, der Mensch ist nicht mehr sich selbst, sondern das andere, für das er sich verzweckt und verausgabt, durch das er bestimmt wird und durch das sich dieses permanent ökonomisch setzt und reproduziert. Dieses Veräußerte und Entfremdete der gesellschaftlichen Zusammenhänge erscheint dem Menschen nun aber als sein eigenes Wesen und als etwas selbstverständliches. Die Wiederherstellung der Subjektivität wäre daher auch das Ende der Entfremdung des Menschen von seinem Wesen und seiner Subjektivität. Der Mensch müsste vom Objekt der Ausbeutung, Herrschaft und Kontrolle zum Subjekt seiner Selbstbestimmung und Selbstorganisation werden. Diesem Subjekt kann es auch heute seinem Wesen entsprechend nur um die „totale und radikale Revolution“ gehen, „die jede nur partielle Umwälzung oder ‚Evolution’ unbedingt ausschließt“ (Marcuse 1932, S. 516). Wesen und Existenz treten heute auseinander, die Aufgabe menschlicher Praxis ist heute „die radikale Aufhebung dieser Faktizität“ (ebd., S. 536). Wir haben es heute mit einer Krise der Gesellschaft zu tun, diese objektiven Faktoren analysieren wir in Teil II dieser Arbeit, die Entfremdungszusammenhänge haben aber auch zur Krise des menschlichen Wesens, zur vollständigen Entfremdung der faktischen Existenz von diesem Wesen geführt. „Gerade der unbeirrbare Blick auf das Wesen des Menschen wird zum unerbittlichen Antrieb der Begründung der radikalen Revolution: dass es sich in der faktischen Situation des Kapitalismus eben nicht nur um eine ökonomische oder politische Krisis handelt, sondern um eine Katastrophe des menschlichen Wesens – diese Einsicht verurteilt jede bloße ökonomische oder politische Reform von vornherein zum Scheitern und fordert unbedingt die katastrophische Aufhebung des faktischen Zustandes durch die totale Revolution“ (ebd., S. 536). Jede Situation – auch die der totalen Krise, die wir heute erleben – wurde vom Mensch selbst geschaffen, nur als aktives Subjekt kann er sich daraus auch befreien. Die Wiederentdeckung des menschlichen Wesens fordert dessen Realisierung ein, sie fordert eine aufhebende, umwälzende Selbstverwirklichung des Menschen. Kritik muss sich demnach auch heute an der Lehre orientieren, dass „der Mensch das höchste Wesen für den Menschen“ ist, ausschlaggebend ist „der kategorische Imperativ, alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist“ (Marx 1844, S. 385)

Die Subjekt-Objekt-Dialektik ist ein entscheidender Faktor, bei dem sich auch die Bedeutung des Selbstorganisationsbegriffes zeigt. Die potentiell negierenden Kräfte fassen wir als sich selbstorganisierende emanzipatorische Bewegungen (vgl. dazu vor allem auch Fuchs 2001). Diese stellen den subjektiven Faktor der Selbstorganisation dar. Andererseits hat diese auch einen objektiven, evolutionären Faktor, der auf den Kapitalismus als krisenhaftes, antagonistisches, komplexes System verweist. Um die Untersuchung dieses objektiven Faktors der gesellschaftlichen Krisen geht es im zweiten Teil dieser Arbeit, der zugleich auch meine Dissertation unter dem Titel „Aspekte der evolutionären Systemtheorie in ökonomischen Krisentheorien unter besonderer Berücksichtigung techniksoziologischer Bezüge“ darstellt. Zu besonderem Dank für Diskussion, Betreuung und Beurteilung bin ich diesbzgl. Prof. Wolfgang Hofkirchner und Prof. Gerald Steinhardt verpflichtet.

Wir untersuchen hier die seit über 25 Jahren anhaltende Krise des Kapitalismus, stellen diverse erklärende Theorien vor und bieten als eigenen Erklärungsansatz Thesen, die eine Synthese aus Selbstorganisationstheorie und marxistischer Krisentheorie versuchen. Die gesellschaftliche Krise ist heute offensichtlich: Ökonomisch zeigt sich eine permanente Krisenanfälligkeit (wie etwa die südostasiatische Krise Mitte der 1990er oder der Einbruch der Technologiebörsen Anfang des 21. Jahrhunderts verdeutlichten), politisch eine Krise des Staats, ökologisch die Verschärfung der Zerstörung der naturalen Ressourcen, sozial die zunehmende Prekarisierung der Lebensverhältnisse großer Teile der Weltbevölkerung, militärisch ein Anstieg der bewaffneten Konfrontationen, Kriege und der alltäglichen Gewalt (gerade auch in Bezug auf den 11. September 2001 und seine Folgen; all dies ist wohl weniger auf einen „Kampf der Kulturen und Religionen“, die unvereinbar wären, als auf die globalen Antagonismen des kapitalistischen Weltsystems und dessen Logik zurückzuführen) usw.

Der Kapitalismus als evolutionär-selbstorganisierendes, antagonistisches, komplexes System befindet sich in einem permanenten Krisenzustand, der das Überleben der Menschheit gefährdet. Dies bedeutet aber weder automatisch das Ende der Menschheit, noch den automatischen Übergang in eine sozial und ökologisch nachhaltige Gesellschaft. Hier spielen der subjektive Faktor der Selbstorganisation, und damit auch die Bedeutung des Denkens Herbert Marcuses heute, wiederum eine wesentliche Rolle: Während sich die gesellschaftlichen Bedingungen immer weiter verschärfen, nehmen auch die Möglichkeiten der Kontrolle und Manipulation des Bewusstseins der unterdrückten Massen zu. „Falsches Bewusstsein“ wird zu einem weltweiten Massenphänomen, die Krisenverwaltung bedient sich immer neuen Techniken der ideologischen Bewusstseinskontrolle, um die Existenz der bestehenden Totalität nicht zu gefährden. Wir verweisen hier z.B. auf die neuen Managementmethoden, auf die neuen Überwachungsmöglichkeiten, die weitergehende Verflachung kultureller Inhalte, die jedes kritische und oppositionelle Element einzudämmen drohen etc. Je prekärer die gesellschaftlichen Bedingungen, desto ohnmächtiger scheinen die Objekte der Kontrolle diesen gegenüberzustehen. Gerade hier ist aber die Stärkung emanzipatorischer Subjektivität entscheidend. Soll dies gelingen, so müssen die Rahmenbedingungen entsprechend geklärt und gefestigt werden. Und tatsächlich ergeben sich heute durch Prozesse der Informatisierung und Globalisierung auch ganz neue Möglichkeiten der kritischen Intervention. Diese kann nicht mehr isolationistisch oder rein lokal agieren, sondern muss nach vernetzter Selbstorganisation als Einheit in der Vielfalt emanzipatorischer Protestbewegungen agieren.

Auf die Vernetzung der sozialen Protestbewegungen setzen wir gewisse Hoffnungen in Bezug auf die Humanisierung und Demokratisierung der Gesellschaft. Die veränderte gesellschaftliche Landschaft bedeutet also nicht nur neue Gefahren und eine Zunahme der Globalisierung, sondern auch neue Chancen auf gesellschaftliche Veränderungen, die sozial und ökologisch nachhaltige gesellschaftliche Entwicklungen einleiten könnte. Dazu wäre jedoch eine globale Bewegung selbstbewusster und -bestimmter, politisch agierender Subjekte notwendig. Global vernetzte politische Akteure müssen nicht homogene Interessen haben und auf eine Homogenisierung ihrer Politik abzielen, um eine gemeinsame politische Perspektive zu erlangen. Sie müssen auch nicht auf ein Zulassen aller möglichen politischen Richtungen – ein anything goes – innerhalb ihres rhizomatischen Netzwerkes[1] hinarbeiten. Vielmehr können sie einerseits die Unterschiede in ihren politischen Herangehensweisen und Vorstellungen sowie in der Ausprägung in ihren spezifischen lokalen und regionalen politischen Situation betonen und andererseits aber nichtsdestotrotz gleichzeitig eine gemeinsame Perspektive entwickeln, indem sie das Verbindende betonen, herausarbeiten und als ein Leitbild der politischen Praxis verwenden. Die Kulturwissenschaftler Steven Best und Douglas Kellner (1997) sehen eine solche politische Position als Synthese von moderner und postmoderner Politik. Es sei eine Einheit von Herangehensweisen der “modernen Politik” wie die Betonung von Solidarität, Allianzen, Konsens, universellen Rechten und einer Makropolitik sowie von Herangehensweisen der “postmodernen Politik” wie die Betonung von Differenz, Pluralität, Multiperspektivität, Identität und einer Mikropolitik notwendig. Eine solche politische Dialektik von Einheit und Vielfalt Moderne und Postmoderne könnte bei der Lösung der großen politischen Probleme ebenso wie eine kulturelle Einheit in der Vielfalt (siehe dazu unseren Beitrag in Z Nr. 49) fruchtbar sein. “A postmodern politics must learn to be at once local, national, and global, depending on specific territorial conditions and problems. […] To the slogan, ‘Think globally, act locally’, we may thus add the slogan, ‘Think locally, act globally’. […] The task today is to construct what Hegel called a ‘differentiated unity’, where the various threads of historical development come together in a rich and mediated way” (Best/Kellner 2001: 115f).

Die Dialektik der Befreiung und von Subjekt-Objekt ist heute entscheidend, die Gedanken Herbert Marcuses und einer emanzipatorisch gefassten Theorie der sozialen Selbstorganisation können weiterhelfen bei der Stärkung des subjektiven Faktors von Emanzipation. Dies beabsichtigen wir auch durch die Betonung der Aktualität des Denkens Marcuses einerseits, der Analyse der anhaltenden gesellschaftlichen Krise andererseits.

Ziel des zweiten Teils dieser Arbeit ist eine Formulierung von Thesen zur selbstorganisierten, evolutionären Entwicklung der modernen Gesellschaftsformation. Weiters soll untersucht werden, welche Rolle dabei moderne Computer-, Informations- und Kommunikationstechnologien spielen. Methodisch werden dazu verschiedene regulationstheoretische, marxistische und neoschumpeterianische Krisentheorien auf Aspekte der evolutionären Systemtheorie untersucht, die die Krise des Fordismus und den Übergang zum Postfordismus darstellen.

Der Fordismus als nach 1945 den Kapitalismus prägendes Entwicklungsmodell basierte u.a. auf Massenkonsum, Massenproduktion, hierarchischen und zentralen Unternehmenskomplexen, der Standardisierung der Produktion, dem Wohlfahrts- und Interventionsstaat, der Fließbandproduktion und staatlichen Eingriffen in die Ökonomie (siehe Abschnitt II.1.1.).

Der Postfordismus als sich seit der 2. Weltwirtschaftskrise Mitte der 1970er Jahre langsam herausbildendes Entwicklungsmodell basiert u.a. auf flexibler Spezialisierung; Dezentralisierung, Informatisierung, Tertiarisierung, Globalisierung und Enthierarchisierung der Produktion, einer diversifizierten Qualitätsproduktion und dem Nationalen Wettbewerbsstaat (siehe II.1.3).

Die Hauptthese des zweiten Teils lautet, dass der Kapitalismus ein komplexes, evolutionäres System ist, dessen Entwicklung widersprüchlich und krisenhaft verläuft (siehe II.2. und II.4). Die Krisendynamik ergibt sich aus ökonomischen, politischen und ideologischen Antagonismen. Für jedes Entwicklungsmodell, d.h. jede Phase der kapitalistischen Gesellschaftsformation gibt es eine spezifische, im vorhinein nicht determinierte Widerspruchsstruktur, die früher oder später zu einer gesellschaftlichen Krise und dem Zusammenbruch des jeweilig hegemonialen Entwicklungsmodells führt. Ökonomische, politische und ideologische Widersprüche entfalten sich und können sich dabei wechselseitig verstärken. In einer Phase der gesellschaftlichen Krise ist die weitere Entwicklung nicht determiniert, sie stellt einen historischen Bifurkationspunkt der gesellschaftlichen Dynamik dar. Die Entwicklung in Phasen der Krisen und damit der Gesellschaft als evolutionär-selbstorganisierendes System ist jedoch nicht völlig zufällig, sondern unterliegt einer dynamischen Dialektik von Zufall und Notwendigkeit. Einerseits ist sicher, dass es im Rahmen antagonistischer Gesellschaftsstrukturen immer wieder zu Phasen der Krise kommt. Der genaue Zeitpunkt lässt sich jedoch auf Grund der komplexen Kausalität, der selbstorganisierende Systeme i.A. unterliegen, nicht vorhersagen. Im Rahmen eines gesellschaftlichen Bifurkationspunktes ist die Entwicklung zwar grundsätzlich offen, es zeigt sich jedoch eine gewisse Abhängigkeit der weiteren gesellschaftlichen Entwicklung von der sozialen Selbstorganisation der Menschen, mit Hilfe der die gesellschaftliche Dynamik derart gestaltet werden kann, so dass die Wahrscheinlichkeit, dass eine gewisse Entwicklungslinie eingeschlagen wird, erhöht werden kann. Dabei gibt es aber keine Gewissheiten, die Wissenschaften und daher auch die Sozialwissenschaften sind heute mit einem Ende der Gewissheiten konfrontiert.

Die französische Regulationstheorie (siehe II.3.1.) geht wie die evolutionäre Systemtheorie von einer Dialektik von Zufall und Notwendigkeit sowie Allgemeinem und Konkretem bei der Evolution komplexer Systeme aus. Der Mechanizismus, Reduktionismus und Determinismus der traditionellen Krisentheorien wird vermieden, eine Verkürzung der gesellschaftlichen Antagonismen auf den Bereich der Ökonomie und darin auf einen spezifischen ökonomischen Widerspruch wird vermieden, vielmehr werden neben ökonomischen auch politische und ideologische als relativ autonome Krisenfaktoren berücksichtigt. Des weiteren wird von einer für ein Entwicklungsmodell des Kapitalismus spezifischen Einheit von Akkumulationsregime und Regulationsweise ausgegangen, die durch konkrete und dem Entwicklungsmodell eigenen Widerspruchsstrukturen geprägt wird. Es zeigen sich deutliche Parallelen zu den Theorien evolutionärer Systeme, jedoch ist das Verhältnis von allgemeinen und konkreten Kategorien sowie von Zufall und Notwendigkeit in der Regulationstheorie weitgehend ungeklärt. Es entsteht der Eindruck, dass häufig von einer völlig zufälligen Entwicklung der Widerspruchsstrukturen ausgegangen wird, die nicht dialektisch mit allgemeinen Kategorien und Antagonismen vermittelt ist. Des weiteren wird die Bedeutung der Technik in der Krise des Fordismus zu wenig berücksichtigt. Nichtsdestotrotz liefert die Regulationstheorie eine umfassende krisentheoretische Analyse des Fordismus, seiner Krise und des Postfordismus sowie ein brauchbares Schema der gesellschaftlichen Entwicklung. Daher basieren unsere eigenen Thesen tw. auf diesem Ansatz.

Marxistische Theorien, die die Krise des Fordismus analysieren (siehe II.3.2.), basieren zumeist auf einem doppelten, ökonomistischen Reduktionismus: Die Krise wird auf Widersprüche im Bereich der Ökonomie und darin auf einen einzigen, allgemeinen ökonomischen Antagonismus zurückgeführt. Die Dialektik von Zufall und Notwendigkeit sowie Allgemeinem und Konkretem, die durch die Selbstorganisationstheorien nahegelegt werden, werden nicht ausreichend berücksichtigt. Eine Ausnahme stellt die Weltsystemtheorie Immanuel Wallersteins dar, die marxistische Krisentheorie und evolutionäre Systemtheorie zu verbinden versucht. Wallerstein argumentiert, dass die gesellschaftliche Entwicklung in Phasen der Instabilität offen und nicht determiniert ist, dass die weitere Entwicklung durch das Handeln der Subjekte beeinflussbar, jedoch nicht determinierbar ist. Fortschritt sei daher möglich, jedoch nicht unvermeidlich. Der Kapitalismus befinde sich heute in einer fundamentalen Krise, Wallerstein meint, dass sich in 50 Jahren ein neues Weltsystem herausgebildet haben werde. Die Zeit bis dorthin würde eine sehr instabile sein, der Ausgang der weiteren Entwicklung sei aber offen, wodurch sich auch Entwicklungen in Richtung einer sozial und ökologisch nachhaltigen Gesellschaft einleiten ließen. Im Gegensatz zur Regulationstheorie werden in den marxistischen Krisentheorien technologische Krisenfaktoren stärker berücksichtigt, ohne dass die gesellschaftliche Dynamik jedoch auf den Bereich der Technik reduziert wird. Daher schließen unsere eigenen Thesen an diese Argumentationen tw. an.

Neoschumpterianische Krisentheorien beziehen sich methodisch häufig auf die Selbstorganisationstheorien (siehe II.3.3.). Betont wird u.a. die Emergenz von Innovation, Wissen und Imitation im Rahmen der endogenen ökonomischen Entwicklung langer Wellen. Die Methodik der evolutionären Systemtheorie wird dabei jedoch zumeist falsch angewandt, da Krisen zumeist auf rein technische Faktoren reduziert werden. Technische Innovations- und ökonomische Prosperitätszyklen werden dabei wie in den Theorien Langer Wellen i.A. üblich gleichgesetzt. Die Bedeutung technischer Faktoren im Rahmen gesellschaftlicher Krisen wird überschätzt, jene gesellschaftlicher Antagonismen bleibt unberücksichtigt.

Die Krise des Fordismus ergab sich aus den für dieses Entwicklungsmodell spezifischen ökonomischen, politischen, ideologischen und technischen Faktoren und Antagonismen (siehe insbesondere II.4.). Es wird argumentiert, dass wir uns heute zwar bereits in der Phase des postfordistischen Entwicklungsmodells befinden, dass die gesamtgesellschaftliche Krise jedoch anhält, dies zeigt sich in Bereichen wie Ökonomie, Politik, Ökologie und der Zunahme der globalen Probleme. Im heutigen Bifurkationspunkt der gesellschaftlichen Entwicklung ist die weitere Entwicklungsdynamik jedoch nicht determiniert, viele potentielle Szenarios wie etwa eine weiter unter Verschärfung der globalen Probleme anhaltende krisenhafte Entwicklung, die Militarisierung oder gar Faschisierung der Gesellschaft oder aber auch eine sozial und ökologisch nachhaltige Gestaltung gesellschaftlicher Prozesse sind denkbar. Durch soziale Selbstorganisation aktiv handelnder Subjekte könnte die Wahrscheinlichkeit erhöht werden, dass die letzte, wünschenswerte Alternative eingeschlagen wird.

Hier schließt sich der Kreis zur Betonung der Bedeutung radikaler Subjektivität durch Herbert Marcuse. Marcuse benannte diesen Faktor dabei immer wieder auch als soziale Selbstorganisation (siehe den Abschnitt über revolutionäre Subjekte sowie über Demokratie und Faschismus in I.1.). Eine freie Gesellschaft müsste auf der demokratischen Selbstorganisation aller Lebensbereiche basieren, der Weg dorthin müsse ein Element der spontanen Selbstorganisation enthalten, sei nur jenseits zentralistischer Kommandostrukturen durch selbstorganisierte Subjekte und Bewegungen denkbar.

Unsere Argumentationen spielen sich immer wieder im Spannungsfeld der ambivalenten Wirkungen moderner Technologien ab, wobei es um die Frage geht, ob diese vorwiegend ein Moment der Einpassung der Individuen ins System darstellen, das dazu beiträgt, dass die Gesellschaft dazu tendiert, totalitär zu werden, oder ob sie eine neue Gesellschaft mitproduzieren helfen können oder diese gar antizipieren. Dieses Spannungsfeld stellt sich derart dar, dass die „Änderung der etablierten Richtung des Fortschritts einen grundlegenden sozialen Wandel bedeuten“ würde, „aber sozialer Wandel setzt voraus, dass ein vitales Bedürfnis nach ihm besteht sowie die Erfahrung unerträglicher Verhältnisse und ihrer Alternativen – und eben dieses Bedürfnis und diese Erfahrung werden in der etablierten Kultur daran gehindert, sich zu entwickeln“ (Marcuse 1965, S. 125).

Christian Fuchs, Jänner 2002

 

Literatur:

 

Best, Steven/Kellner, Douglas (1997) The Postmodern Turn. New York/London. Guilford Press

 

Best, Steven/Kellner, Douglas (2001) Dawns, Twilights, and Transitions: Postmodern Theories, Politics, and Challenges. In: Democracy and Nature, 7 (2001). pp 101-117

 

Deleuze, Gilles/Guattari, Félix (1977) Rhizom. Berlin. Merve

 

Fuchs, Christian (2001) Soziale Selbstorganisation im informationsgesellschaftlichen Kapitalismus. Wien/Norderstedt. Libri BOD

 

Marcuse, Herbert (1932) Neue Quellen zur Grundlegung des Historischen Materialismus. In: Schriften, Band 1. Frankfurt/Main. Suhrkamp. S. 509-555

 

Marcuse, Herbert (1941) Einige gesellschaftliche Folgen moderner Technologien. In: Herbert Marcuse Schriften Band 3: Aufsätze aus der „Zeitschrift für Sozialforschung“. 1979. Frankfurt am Main. Suhrkamp. S. 286-319

 

Marcuse, Herbert (1965) Bemerkungen zu einer Neubestimmung der Kultur. In: Ders. Schriften, Band 8. Frankfurt/Main. Suhrkamp. S. 115-135

 

Marcuse, Herbert (1966a) Zum Begriff der Negation in der Dialektik. In: Ders. Schriften, Band 8. Frankfurt/Main. Suhrkamp. S. 194-199

 

Marcuse, Herbert (1966b) Das Individuum in der Great Society. In: Marcuse Schriften 8. S. 167-193

 

Marcuse, Herbert (1966c) Zur Geschichte der Dialektik. In: Ders. Schriften, Band 8. Frankfurt/Main. Suhrkamp. S. 200-226

 

Marcuse, Herbert (1967) Der eindimensionale Mensch. Studien zur Ideologie der fortgeschrittenen Industriegesellschaft. München. dtv

 

Marx, Karl (1843) Briefe aus den Deutsch-Französischen Jahrbüchern. In: MEW, Band 1. Berlin. Dietz. S. 337-346.

 

Marx, Karl (1844) Einleitung Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie. In: MEW, Band 1. Berlin. Dietz. S. 378-391



[1] In Fuchs (2001) wurde die Herausbildung emanzipatorischer sozialer Netzwerke, die mit Gilles Deleuze und Félix Guattari (1977) als Rhizome angesehen werden können, näher untersucht und in den theoretischen Rahmen der Selbstorganisationstheorie gestellt.

Back to Main